Deutscher Geographentag 2013

Kongress für Wissenschaft, Schule und Praxis
2.10.-8.10.2013
Verantworten
Unicampus Passau

FS 75, Referat 2: homo vacuus vs. homo dialogicus. Über implizite Menschenbilder in geographischen Bildungskonzepten

Referent/in: Mirka Dickel, Antje Schneider (beide Jena)

Donnerstag, 03.10.2013, 09:00-09:25,

Diskursive Ordnungen und Disziplinarapparaturen, denen ein Mensch ausgesetzt ist, formieren das menschliche Vermögen. Die Kompetenzreform strukturiert das Feld um, in dem der Mensch sein Selbst und seine Existenzweise zu verstehen vermag. Der Beitrag stellt die Rationalitäten und Technologien der Menschenführung dar, die die Kompetenzreform mit sich bringt. Zugleich wird das implizite Menschenbild eines homo vacuus sichtbar. Als leerer Behälter bindet das Selbst seine Reaktionen an gesellschaftliche Standards an. Es ist normaler als ihm gut tut. Diese Modellierung des Menschen läuft dem humanistischen Bildungsideal eines homo dialogicus zuwider, der sich durch ein Inneres auszeichnet, das sich mit der Zeit entfaltet. Das Selbst erkennt sich in Beziehung und agiert als eigenständiges Ich verantwortungsvoll. Die „dialogische Geographie“ formiert Subjektwerdung an den Grenzen der Normalisierung als paradoxen Vorgang, in dem Hervorbringung und Unterwerfung des Selbst in eins fallen.

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