Deutscher Geographentag 2013

Kongress für Wissenschaft, Schule und Praxis
2.10.-8.10.2013
Verantworten
Unicampus Passau

KEY 03: Wissenschaft und Politik in wechselseitiger Verantwortung: Anspruch und Wirklichkeit

Referentin: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rita Süssmuth

Samstag, 05.10.2013, 12:00 - 13:00 Uhr, Audimax (AM) HS 10

<center>Foto: Bundestag</center>

Bundestagspräsidentin a.D. und Präsidentin des deutschen Hochschulkonsortiums der Türkisch-Deutschen Universität in Istanbul

Geographie als Raumwissenschaft, ein komplexes Gefüge verschiedenster Teilbereiche und Einzelwissenschaften ist wie nie zuvor herausgefordert und von existenzieller Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um interdisziplinäre, sondern zugleich um transdisziplinäre Zusammenarbeit. Gemeint ist hier das Zusammenwirken von Forschung, Politik und Gesellschaft, um mehr physikalisches, biologisches und kulturelles Wissen für gemeinsames Handeln zu schaffen.

Immer eindringlicher wird aktuell die Forderung nach einem nachhaltigeren Umgang der Menschen mit dem Lebensraum Erde, den verfügbaren Ressourcen und Überforderungen gestellt.

Beide stehen in der Verantwortung: Wissenschaft und Politik. Die Politik ist auf Erkenntnisse aus der Wissenschaft angewiesen, steht aber zugleich vor Umsetzungsproblemen, für die gemeinsam Lösungen erarbeitet werden müssen. Politik ist angewiesen auf Zustimmung zu partiellen oder grundlegender Veränderung der Verhaltensmuster. Es bedarf der Aufklärung und Überzeug in der Gesellschaft, um für notwendige Maßnahmen Mehrheiten zu gewinnen.

Trotz der nachgewiesenen zentralen Bedeutung der Forschung für Erhalt und nachhaltige Entwicklung des Lebensraums Erde, wird der Beitrag der Wissenschaft immer noch unterschätzt eine Trennlinie zwischen Entwicklungs- und Wissenschaftspolitik zu ziehen. Denn Investitionen in die Wissenschaft haben einen wesentlichen Anteil am Erfolg von Entwicklungspolitik (Prof. Joachim Braun, Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung, ZEF Bonn).

Politik braucht Forschung. Aber wie kann der Wissenstransfer so gelingen, dass die wechselseitige Verantwortung für die Menschen nachvollziehbar und erfolgreich wahrgenommen wird. Diese Frage wird in meinem Vortrag bearbeitet.

zurück