Deutscher Geographentag 2013

Kongress für Wissenschaft, Schule und Praxis
2.10.-8.10.2013
Verantworten
Unicampus Passau

Der globale Süden im 21. Jahrhundert: Geographie, Medien und Öffentlichkeit im Dialog

Moderation: Dr. Michael Sachweh (Bayerischer Rundfunk)

Samstag, 05.10.2013, 10:00 - 12:00 Uhr, Audimax (AM) HS 10

Die herkömmliche Weltordnung scheint ins Wanken gekommen zu sein. Sicherheiten von gestern gelten schon heute nicht mehr und werden morgen anders definiert. Europa muss sich in der Krise neu erfinden, auch Amerika stehen unsichere Zeiten bevor. Die Sonne geht über Asien auf, Lateinamerika sieht sich als Gewinner der Zukunft, und in Afrika werden die Rohstoffe und Schätze für das 21. Jahrhundert entdeckt und gehoben. Doch Hunger, Kriege, politische Instabilität und religiöser Fundamentalismus sind damit nicht aus der Welt geschafft – ganz zu schweigen von den vielfältigen Einflüssen, mit denen der Klimawandel auch jede neue Weltordnung konfrontieren wird.

  • Ist die Aufteilung der Welt in Nord und Süd überhaupt noch zeitgemäß?
  • Warum verfestigen Medien immer weiter die alten Stereotypen über das Leid, das Unheil und die Chancenlosigkeit in Entwicklungsländern?
  • Warum nutzen Journalisten nicht gezielter die Erkenntnisse der geographischen Wissenschaften, um ein differenziertes Bild zu zeichnen?
  • Zählen die bekannten „bad news“ aus Afrika mehr als die „good news“?
  • Kann man eine Welt ohne Geographie überhaupt richtig verstehen?
  • Worin liegen Stärken und Schwächen der Geographie in der Vermittlung ihres Wissens an die Medien?
  • Was macht die Geographie in der Wahrnehmung durch Journalisten so interessant oder so uninteressant?
  • Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Medien und Wissenschaft gefördert werden?

Es diskutieren unter der Leitung von Dr. Michael Sachweh (Bayerischer Rundfunk):

Studium der Physischen Geographie, Meteorologie und Bodenkunde an der LMU München, hier als Stipendiat der Universität mit einem Klimathema promoviert. 7 Jahre in der Klimaforschung am Meteorologischen Institut der LMU. Seit 1999 mit einer eigenen Firma exklusiv für den BR (Hörfunk, TV) zuständig für Wetter, Klima und Verwandtes. Insgesamt 14 Jahre Lehrbeauftragter für Klimatologie an Geographischen Instituten. Autor von Sachbüchern und einem Lehrbuch.

Dr. Erwin Brunner (National Geographic)

Geboren am 10.September 1954 in Innichen (Südtirol, Italien), von 1973 bis 1979 Studium an der Universität Wien (Hauptfach: Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Nebenfächer: Politikwissenschaft, Kunstgeschichte), 1979 Promotion zum Dr. phil., von 1979 bis 1982 Redakteur beim Nachrichtenmagazin PROFILin Wien, von 1982 bis 1988 Redakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT in Hamburg, zuerst als Redakteur im Dossier, dann als Textchef des ZEITmagazins, von 1989 bis 1999 stellvertretender Chefredakteur und Textchef beim Kultur- und Reisemagazin MERIAN in Hamburg, von 1999 bis 2009 stellvertretender Chefredakteur und Textchef der deutschsprachigen Ausgabe von NATIONAL GEOGRAPHIC, seit Juni 2009 Chefredakteur von NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND

• Marc Goergen (Stern)

Studium von Politikwissenschaft, Geschichte, Öffentliches Recht an den Universitäten Heidelberg und Paris (Sciences-Po). Besuch der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Mehrmonatiger Arbeitsaufenthalt im Rahmen der Internationalen Journalistenprogramme bei "El Tiempo", der führenden Tageszeitung Kolumbiens in Bogotá. 2004 Redakteur bei "stern Biografie". 2005 Redakteur im Auslandsressort des "stern". 2009-2011 Korrespondent in Südafrika. Mehrere Journalistenpreise. Thematischer Schwerpunkt Afrika (Arbeit in knapp 30 Ländern des Kontinents).

• Silvia Liebrich (Süddeutsche Zeitung)

Silvia Liebrich ist Redakteurin im Wirtschaftsressort der Süddeutschen Zeitungseit dem Jahr 2000. Sie schreibt über Gentechnik, Lebensmittel, Umwelt, Rohstoffe, Welthandel, Afrika und was sonst noch kommt. Sie hat Wirtschaftswissenschaften und Journalistik studiert und unter anderem für die Deutsche Presse-Agentur und das Handelsblattgearbeitet.

• Jens Schröder (GEO)

Jens Schröder, 40, hat Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Bonn studiert und danach die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg besucht. 2001 kam er als Redakteur und Reporter zu GEO, seit 2010 arbeitet er dort als stellvertretender Chefredakteur. Den „globalen Süden“ kennt er unter anderem aus mehreren längeren Arbeitsaufenthalten in Südafrika und Südostasien.

• Suhel al-Janabi (GeoMedia)

• Ellen Schuster (Deutsche Welle Akademie)

Ellen Schuster leitet den Bereich Strategische Kommunikation der DW Akademie, Deutschlands führender Organisation für internationale Medienentwicklung. Zuvor war sie als Redakteurin im deutschsprachigen Radioprogramm der Deutschen Wellesowie als Pressereferentin für verschiedene internationale Hilfsorganisationen tätig. Ellen Schuster studierte in Bonn Politische Wissenschaften, Geographie und Völkerrecht.

• Prof. Dr. Ernst Struck (Universität Passau)

Studium der Geographie an der Universität Düsseldorf, Professur für Wirtschaftsgeographie an der Universität Würzburg, Lehrstuhl für Anthropogeographie an der Universität Passau, Arbeitsschwerpunkte: Regionalforschung, Lateinamerika, Türkei.